Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Chancen Ausbildung oder Umschulung?
- Wer hat welche Ansprüche?
- Anerkannter Abschluss
- Chancen durch berufliche Bildung
Berufliche Orientierung mit anerkanntem Berufsabschluss
Viele Berufswechsler sind unsicher, welcher Weg zum anerkannten Berufsabschluss führt? Und ob eine Umschulung den gleichen Wert wie eine Ausbildung hat? Fakt ist: Inhaltlich und rechtlich sind beide Formate gleichwertig. Ob Rahmenlehrplan oder Abschlussprüfung: Die Qualitätsstandards der Kammern (IHK/HWK) sind identisch.
Wie ist der Weg zum anerkannten Berufsabschluss?
Eine Ausbildung und eine Umschulung haben dasselbe Ziel: Einen anerkannten Berufsabschluss.
Für beide Formate sind die Ausbildungsverordnung und der Rahmenlehrplan inhaltlich bindend, damit die Qualität gesichert ist. Somit legen Umschüler:innen exakt die gleiche Abschlussprüfung vor der zuständigen Kammer (z. B. IHK oder HWK) wie die Auszubildenden ab. Auch die Aufteilung der Vermittlung theoretischer Kenntnisse (=30%) und die Vermittlung von Fertigkeiten und Fähigkeiten (=70%) ist identisch.
Im Rahmen der Umschulung müssen mindestens 50% der Zeit handlungsorientiert und praxisnah vermittelt werden, um den Erwerb der beruflichen Handlungsfähigkeit sicherzustellen. Die Anforderungen an die Ausbildungsbetriebe und Umschulungsstätten sind gleichermaßen hoch. Der Betrieb muss als Ausbildungs- bzw. Umschulungsstätte anerkannt sein und es müssen entsprechende Ausbilder:innen vorhanden sein. Jede Umsetzung einer Umschulung muss darüber hinaus bei der zuständigen IHK beantragt und genehmigt werden.
Welche Unterschiede gibt es?
Die Unterschiede liegen im Wesentlichen in der kürzeren Dauer einer Umschulung im Vergleich zu einer Ausbildung, den Zugangsvoraussetzungen sowie der Finanzierung.
1. Dauer der Qualifizierung
Eine Umschulung ist in der Regel kürzer als eine Ausbildung, da sie sich an Erwachsene mit Lebenserfahrungen richtet. Diese haben z. B. eine erste Ausbildung abgeschlossen, die sie aufgrund von gesundheitlichen Problemen nicht mehr ausüben können und eine neue berufliche Perspektive suchen.
Eine Ausbildung ist häufig der erste Schritt ins Berufsleben nach der Schule.
Eine klassische Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre.
Eine Umschulung in Vollzeit dauert in der Regel 2 Jahre (inklusive Praktikum).
2. Zugangsvoraussetzungen
Zur Teilnahme an einer Umschulung ist man nur dann berechtigt, wenn man im Sinne des § 1 Abs. 5 BBiG Umschüler:in ist. Dies ist der Fall, wenn man bereits eine Erstausbildung abgeschlossen hat oder über eine mehrjährige Berufserfahrung verfügt, aber im alten Job nicht mehr arbeiten kann (z. B. aus gesundheitlichen Gründen oder wegen des Strukturwandels).
3. Finanzierung
In der Ausbildung erhältst du eine monatliche Vergütung vom Ausbildungsbetrieb.
Bei einer Umschulung wird die Teilnahme durch die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder bspw. die Deutsche Rentenversicherung über einen Bildungsgutschein gefördert, bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen.
Aktuell gibt es zusätzliche finanzielle Anreize für geförderte Umschulungen, wie z. B. das Weiterbildungsgeld und Prämien für bestandene Abschlussprüfungen.
Welcher Weg ist der richtige für dich?
Dies hängt von deiner persönlichen Lebenssituation ab. Welche Fähigkeiten bringst du mit? Welche Berufserfahrungen hast du bereits gemacht?
Die Ausbildung ist der klassische Einstieg für junge Menschen, während die Umschulung der "Express-Weg" für Berufserfahrene ist, die schnell und gefördert in einen neuen Bereich wechseln wollen. Qualitativ begegnen sich beide auf Augenhöhe.
Lass dich jetzt beraten und wir finden gemeinsam deinen Weg zum Berufsabschluss.
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