Das Programm WeGebAU ist ein Förderprogramm zur Steigerung der berufsbegleitenden Qualifizierung in Unternehmen, das im Jahr 2006 von der Bundesagentur für Arbeit initiiert wurde. Die Abkürzung WeGebAU steht dabei für „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen“.  Das Programm setzt sich aus drei Förderschwerpunkten zusammen, die auf unterschiedliche Arbeitnehmergruppen ausgerichtet sind:

 

  • 1. Qualifizierung von Beschäftigten in Unternehmen mit weniger als 250 Angestellten
  • 2. Abschlussbezogene Weiterbildung von geringqualifizierten Beschäftigten
  • 3. Abschlussorientierte berufsqualifizierende Ausbildung

 

Wem steht eine WeGebAU-Förderung zu?

Generell kommt das WeGebAU-Programm für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte infrage, die entweder qualifiziert und älter oder gering qualifiziert sind. Die konkreten Fördermöglichkeiten sind dabei abhängig vom Alter der Beschäftigten, deren Qualifizierung und der Größe des Unternehmens. Die Agentur für Arbeit unterscheidet dabei die folgenden Gruppen:

 

⇨ Geringqualifizierte  Arbeitnehmer

  • ohne anerkanntem Berufsabschluss und mit mind. dreijähriger Berufserfahrung
  • mit Berufsabschluss, wenn sie mehr als vier Jahre im Helferbereich tätig sind

 

⇨ Ältere Arbeitnehmer

  • die das 45. Lebensjahr vollendet haben
  • in Unternehmen mit weniger als 250 Angestellten

 

⇨ Arbeitnehmer unter 45 Jahre

  • in Unternehmen mit weniger als  250 Angestellten
  • bei Übernahme von mind. 50% der Kosten durch den Arbeitgeber

 

Welche Förderungsvoraussetzungen gibt es?

Gehören Arbeitnehmer zu einer der oben genannten Zielgruppen, müssen für die Aussicht auf eine WeGebAU-Förderung durch die Agentur für Arbeit auch die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

 

  • Die Weiterbildung erhöht die Kompetenz für den allgemeinen Arbeitsmarkt
  • Die Weiterbildung findet während der üblichen Arbeitszeiten statt
  • Der Arbeitgeber stellt den Mitarbeiter für die Teilnahme von der Arbeit frei
  • Die  teilnehmenden Arbeitnehmer haben weiterhin Anspruch auf Arbeitsentgelt
  • Der Träger und die Maßnahme sind für die Weiterbildungsförderung zugelassen

 

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Betrieben mit unter 10 Beschäftigten können durch die volle Übernahme der Weiterbildungskosten durch die Agentur für Arbeit gefördert werden. Dies gilt unabhängig vom Alter und auch dann, wenn die Schulungszeit außerhalb der regulären Arbeitzeit liegt.

 

Was finanziert das WeGebAU-Programm?

Abhängig von der Gruppe, zu der die geförderten Arbeitnehmer gehören, übernimmt die Agentur für Arbeit nicht nur die Kosten für die Weiterbildung zu einem gewissen Prozentsatz, sondern fördert auch den Arbeitgeber durch einen Zuschuss zu den Gehältern, die während der Weiterbildung anfallen. Je nach Größe des Unternehmens kann die Förderung der Weiterbildungskosten dabei zwischen 50% und 100%  umfassen:

 

  • Bis zu 100% für Geringqualifizierte
  • Bis zu 75% für Beschäftigte ab 54 Jahre
  • Bis zu 50% für Beschäftige unter 45 Jahre

 

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch weitere Zuschüsse zu den zusätzlich zur Weiterbildung enstehenden Kosten wie beispielsweise Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten, Kosten für eine auswärtige Unterbringung und für die Verpflegung gewährt werden. 

 

Wofür gibt es eine WeGebAU-Förderung in Berlin, Köln, Düsseldorf und Hamburg?

Was gefördert wird, hängt von den Förderschwerpunkten ab, denen ein Unternehmen und die Angestellten dort zugeordnet werden kann. Für Geringqualifizierte steht der Erwerb eines höherwertigen Abschlusses im Fokus der Förderung, beispielsweise durch

 

  • Umschulungen und Teilqualifizierungen
  • die Vorbereitung auf eine Externenprüfung oder
  • Lehrgänge für branchenübergreifende Zertifikate

 

Arbeitnehmer in kleinen und mittleren Unternehmen (unter 250 Angestellte) haben unabhängig von ihrem Qualifikationsniveau auch Anspruch auf Förderung von berufsbezogenen Weiterbildungen und Lehrgängen, die nicht auf einen anerkannten Berufsabschluss abzielen, aber dennoch die Kenntnisse und Einsatzmöglichkeiten steigern. Beispiele hierfür sind:

 

  • Der Lehrgang für Sicherheits- und Brandschutzbeauftragte
  • die Qualifizierung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten oder
  • eine Weiterbildung im Bereich der Demenzbegleitung nach §53c SGB XI

 

Für die Anmeldung zu einer Weiterbildung erhalten die Förderberechtigten einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit.  Mit diesem können sie dann unter den zugelassenen Weiterbildungsangeboten wählen. 

 

Wo kann ich einen Antrag für WeGebAU stellen?

Unternehmen haben die Möglichkeit, bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt zu beantragen, wenn sie Mitarbeiter durch WeGebAU während der Arbeitszeit weiterqualifizieren möchten. Der Arbeitgeber füllt hierfür einen „Erhebungsbogen“ aus, der dann als Grundlage für die weitere Bearbeitung des Förderantrags dient. Ausführliche Informationen für interessierte Unternehmen hat die Agentur für Arbeit auch in einer Broschüre veröffentlicht, die unter dem folgenden Link heruntergeladen werden kann:

 

 

Sie haben Fragen? Weitere Informationen geben Ihnen gerne unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort, sowie auch der WeGebAU-Ansprechpartner beim Arbeitgeberservice Ihrer örtlichen Agentur für Arbeit.

 

Jetzt Rückruf vereinbaren!