Teilnehmerinnen der Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten bei BBQ in Berlin

Seit September 2019 sind Yasemin, Gül und Nurane in der Umschulung zur Verwaltungsfachangestellten bei BBQ in Berlin Charlottenburg. Daher haben wir uns mal mit ihnen zusammengesetzt und ein paar Fragen zur Umschulung gestellt.

BBQ: Aus welchem Stadtteil von Berlin kommen Sie?

Yasemin R.: Ich komme hier aus Charlottenburg-Wilmersdorf.

Gül A.: Ja, ich komme auch hier aus Charlottenburg-Wilmersdorf.

Nurane L.: Ich komme von ein bisschen weiter weg, aus Berlin-Mitte.

BBQ: Welchen Beruf hatten Sie bevor Sie zur Umschulung gekommen sind?

Yasemin R.: Ich habe zwar keine abgeschlossene Berufsausbildung, aber habe jahrelang als Aushilfe im Büro gearbeitet.

Gül A.: Ein abgeschlossene Ausbildung habe ich auch nicht, aber ich habe eine Ausbildung zur Bankkauffrau angefangen. Habe sie aber im letzten halben Jahr abgebrochen. Ja, und ich habe danach eigentlich vieles gemacht. Eine Zeit lang war ich selbstständig. Dann war ich in Elternzeit. Ganz zum Schluss habe ich als Beiköchin gearbeitet.

Nurane L.: Ich habe auch keine abgeschlossene Berufsausbildung, aber viele Jahre bei der Deutschen Botschaft als Angestellte gearbeitet. Ich bringe also schon etwas Berufserfahrung mit.

BBQ: Welche Berufe sind noch im Kurs vertreten?

Gül A.: Wir haben Einzelhandelskauffrauen. Wir haben Friseurinnen.

Nurane L.: Eine Bankkauffrau haben wir.

Yasemin R.: Und wir haben auch eine Juristin.

Gül A.: Wir haben einen Produktionsleiter von Film und Fernsehen. Einen Kameramann haben wir auch dabei.

Yasemin R.: Der eine hat ein abgeschlossenes Studium in Geologie.

Gül A.: Und Niclas hatte Kunstgeschichte studiert. Und hat aber auch als Freelancer in dem Bereich gearbeitet.

BBQ: Warum haben Sie sich für genau diese Umschulung entschieden? 

Yasemin R.: Bisher habe ich ja ganz gut gelebt und das hat mir bisher auch gereicht, obwohl ich keine Berufsausbildung hatte. Aber jetzt, mittlerweile mit zwei Kindern, hätte ich gerne ein bisschen mehr Sicherheit. Und das kann ich nur machen, wenn ich eine abgeschlossene Berufsausbildung habe.

Beim BBQ-Job-Coaching habe ich festgestellt, dass ich doch schon eher im Büro oder in der Verwaltung, am besten im öffentlichen Dienst, arbeiten möchte. Vor allem wegen der Sicherheit.  

Gül A.: Im Gegensatz zu Yasemin habe ich nicht so gut gelebt. Ich habe immer gemerkt, dass man ohne Ausbildung weniger verdient. Egal wo man ist. Egal wie gut man ist. Das hat mich schon lange sehr gestört. Ich wusste, dass Leute, die qualitativ schlechtere Arbeit leisten als ich, viel mehr Geld bekommen. Obwohl man eigentlich genauso viel leistet, manchmal sogar mehr.

Also dachte ich mir, dass eine Umschulung nicht schlecht wäre. Da habe ich mir erst mal die Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte angeschaut. Da hier viel gesucht wird. Und die Privatwirtschaft hat natürlich auch Vorteile: Da kann man sehr gut verdienen. Allerdings ist der Job dann nicht ganz so sicher. Dann war ich auch erst mal bei einem anderen Bildungsträger. (…) Allerdings kam der Kurs nicht zu Stande. Es gab nicht genug Teilnehmer. Es ist einfach eine furztrockene Geschichte. Dann habe ich mich nach Alternativen umgeguckt. Man hat mir eine Umschulung zur Steuerfachangestellten nahegelegt, aber da war Mathe mein Manko.

Letztlich habe ich mich für BBQ entschieden. Erstens war es in der Nähe von meinem Wohnort. Und zweitens habe ich in Foren festgestellt, dass wie verrückt nach Verwaltungsfachangestellten in Berlin gesucht wird. Jetzt bin ich hier und sehr glücklich damit. So viel Recht, wie bei der Steuerfachangestellten, hätte mich glaube fertiggemacht. Das Ausgewogene hier in dieser Umschulung ist schon viel besser.

Nurane L.: Mir ging es genauso, wie eben schon beschrieben. Ich habe beides gemerkt. Ja, man kommt auch ohne Ausbildung teilweise weiter, aber man kann dann halt nicht mehr verlangen, auch wenn man die gleiche Arbeit macht. Und deswegen, und um mich auch selber weiterzubilden und was Handfestes zu haben, nehme ich an dieser Umschulung teil. Im Internet habe ich nach verschiedenen Anbietern geschaut – und mich letztlich für BBQ entschieden, da es mir hier am besten gefallen hat.

BBQ: Schön zu hören. Und wie war es bei Ihnen?

Yasemin R.: Mich hat das Jobcenter losgeschickt einen Job-Coach zu finden. Habe dann im Internet gesucht und bin u.a. auf BBQ aufmerksam geworden. BBQ hat sich als Erster bei mir zurückgemeldet. Außerdem wohne ich hier in der Nähe. Beim Coaching wurde darauf hingewiesen, dass ich die Umschulung nicht hier bei BBQ machen muss. Ich habe mich aber schon beim Coaching und bei der Projektkoordinatorin Frau von Trümbach so wohl gefühlt, dass ich dann auch bleiben wollte. Sie hat mich sehr gut unterstützt, sodass dann alles geklappt hat.

Gül A.: Ja, das war bei mir auch so.

BBQ: Das freut mich.

Nurane L.: Das kann ich nur bestätigen. Hier kümmert man sich um jeden Einzelnen. Im Gegensatz zu anderen Bildungsträgern gibt es hier von Sekunde eins an den persönlichen Bezug.

BBQ: Und, was war alles nötig, um sich hier für die Umschulung anzumelden? Ich höre oft, dass sich Leute auch noch kurzfristig anmelden wollen. Kann das klappen?

Yasemin R.: Also, wenn man möchte, klappt das. Bei mir war das tatsächlich auch so. Ich war noch im Job-Coaching drin, im Juli. Im September begann die Umschulung. Im August wollte ich in den Urlaub. Also musste tatsächlich alles innerhalb einer Woche klappen. Ich habe mich Ende Juli dann hier angemeldet und den Test gemacht. Das Ergebnis bekam ich noch am selben Tag. War danach bei meinem Sachbearbeiter vom Jobcenter und habe den psychologischen Test gemacht. Das hat wirklich alles super geklappt, sodass ich am letzten Tag vorm Urlaub den Vertrag unterschrieben habe. Und deswegen habe ich mich auch so aufgenommen und wohl gefühlt. (…) Natürlich kommt es auch auf einen selbst an. Man muss motiviert sein. Dann unterstützen einen die Sachbearbeiter umso mehr.

Nurane L.: Bei mir lief das alles entspannter. Ich habe die Umschulung gefunden und den Test im Juni gemacht. Eine Woche später habe ich die Auswertung bekommen. Und im Juli, glaube ich, habe ich dann hier unterschrieben.

Gül A.: Okay, also bei mir war es ja ganz dramatisch. Ich war ja vorher Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Die Umschulung bei dem anderen Träger sollte am 26. Juli beginnen – ist dann aber nicht gestartet. Dann stand ich da. Niemand von dem Bildungsträger hat sich gemeldet. Ich bin dann zu meinem Sachbearbeiter und habe ihm die Situation erklärt. Im Internet hatte ich mir auch schon BBQ angeschaut und habe ihm davon erzählt. Dann habe ich bei BBQ angerufen und drei Tage später den Termin bekommen – es war schon Ende Juli / Anfang August. (…) Habe direkt zwei Tage später den Test geschrieben. War gar nicht so einfach. Aber hat geklappt. Bekam dann noch am selben Tag den Rückruf, dass ich bestanden habe. Musste danach schnell nochmal zu meinem Berater. Mit dem ganzen Papierkram war ich dann, glaube ich, erst 14 Tage vor Umschulungsbeginn fertig.

BBQ: Also knapp klappt auch. Aber man muss schon gut mitmachen.

Gül A.: Ja, natürlich. Muss jeder hier generell. Sonst braucht man hier auch gar nicht erst anwackeln, glaube ich.

BBQ: Und, was gefällt Ihnen im Allgemeinen noch gut an der Umschulung hier bei BBQ?

Nurane L.: So ganz einfach ist es nicht. Man muss schon dranbleiben und was dafür tun.

Gül A.: Die Frage war: „Was findest du besonders gut?“ Die Pausen. *lacht* Ja, also die Frau von Trümbach gefällt mir sehr gut. Es ist klasse organisiert. Es ist noch nicht eine Stunde ausgefallen und es wird schnell auf Probleme eingegangen. (…)

Yasemin R.: Was mir auch gut gefällt, ist, dass die Dozenten auf jeden Einzelnen eingehen und alle Fragen beantworten (…) – auch zwischen Tür und Angel. Sie nehmen sich die Zeit für jeden. Und wir sind zwar in der Schule, aber wir sind halt Erwachsene. Es fühlt sich nicht an wie die Schulbank drücken. Es ist etwas lockerer.

BBQ: Und wo können wir noch an uns arbeiten?

Yasemin R.: Also ich finde, dass sich manche Dozenten untereinander zu wenig abstimmen. Hier würde ich mir wünschen, dass sie mehr miteinander reden.

Gül A.: Was uns am meisten beschäftigt, ist auf jeden Fall die Frage: „Was passiert eigentlich, wenn man die Prüfung am Ende nicht besteht?“ (…) BBQ hat uns dazu bisher auch nicht richtig was sagen können. (…)

Aber sonst habe ich nichts zu meckern: Alle Module sind super gestaltet. Die Dozenten und Lehrbücher sind auch sehr gut.

Nurane L.: Ich fände es zum Beispiel gut, wenn BBQ im Worst-Case-Scenario die Möglichkeit anbieten würde, in einem der Folgekurse zum Beispiel das letzte Modul und die Prüfung noch einmal zu wiederholen. (…)

»Nachtrag«

Die erste Wiederholungsprüfung kann vom Jobcenter bzw. der Agentur für Arbeit bezahlt werden. Teilnehmer, die die Prüfung nicht bestanden haben, können die Möglichkeit nutzen, sich nochmal für ein halbes Jahr im Nachfolgekurs auf die erneute Prüfung vorzubereiten.

BBQ: Und haben Sie eigentlich schon Pläne wo Sie arbeiten wollen, wenn sie hier fertig sind?

Yasemin R.: Ich würde gerne zum Oberverwaltungsgericht gehen.

Gül A.: Ich will auf jeden Fall die Abwechslung abhaben. (…) Bei der Polizei stelle ich es mir sehr trocken vor. Beim Bürgeramt oder Jugendamt hat man mehr Ausgleich, da man zwischendurch noch den Kundenkontakt hat. Ganz sicher bin ich aber noch nicht.

Nurane L.: Ja, ich möchte auch die Abwechslung. (…) Ich will auf jeden Fall irgendwo arbeiten, wo man Kundenkontakt hat.

Yasemin R.: Senatsverwaltung: Da verdient man besser. *lacht*

BBQ: Wem empfehlen Sie diese Umschulung?

Yasemin R.: Allen, die auch Spaß im Büro haben. Allen, die starke Nerven haben. (…) Man muss für sich selbst wissen, was man machen möchte. Und falls man immer noch nicht sicher ist, wohin es gehen soll, dann empfehle ich auf jeden Fall einen Job-Coach.

Gül A.: Also, ich sehe das ganz anders. Für die, die nicht wissen, wo es hingeht, lohnt sich diese Ausbildung nicht. (…) Man muss für sich selbst wissen, was man möchte.

Yasemin R.: Deswegen sollen Sie vorher zum Job-Coach gehen.

BBQ: Dann vielen Dank. Wenn es keine weiteren Fragen gibt, sind wir hier durch.

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